Psychologischer Dienst

Leiterin der Dienststelle: Patrizia Bressan

Die Clinica Santa Croce stellt ein Team qualifizierter Psychologen und Psychotherapeuten zur Verfügung, um dem Patienten bei Bedarf eine psychologische Betreuung oder gegebenenfalls eine tatsächliche Psychotherapie zu gewährleisten. Die Rolle des Psychotherapeuten besteht darin, die Person durch Einzel- oder Gruppeninterviews in einem Prozess der Bewusstseinsbildung und Stärkung für die Wiederherstellung der persönlichen Ressourcen zu begleiten.

Einzelgespräche und Psychotherapie

Die psychotherapeutische Intervention ist ein zwischenmenschlicher Prozess, der den Einsatz rein psychologischer Mittel (verbal und nonverbal) umfasst, die darauf abzielen, die Leidenssituationen des Patienten im Zusammenhang mit seiner persönlichen Lebensgeschichte zu heilen. Die theoretischen Referenzmodelle sind breit gefächert und werden nach der nachgewiesenen grösseren Wirksamkeit bei bestimmten Störungen ausgewählt. Generell ist es möglich, auf verhaltensbezogene und kognitive Aspekte der Symptome (kognitive Verhaltenstherapie auf der Grundlage von Lerntheorien) oder auf dysfunktionale strukturelle Aspekte der Persönlichkeit (psychodynamische Psychotherapie auf der Grundlage psychoanalytischer Theorien) einzuwirken. Sie können stationär (während des Krankenhausaufenthalts) oder ambulant (in Absprache mit dem örtlichen Betreuer durchgeführt werden, um einen gemeinsamen Behandlungspfad zu integrieren und abzuschliessen).

Psychodiagnostische und inhaltliche Bewertung

In einigen Fällen werden bei medizinischer Indikation psychodiagnostische Bewertungstests durchgeführt, um die Diagnose bei klinischen Zweifeln zu klären. Die psychologische Beurteilung ist ein Prozess, der zwischen dem klinischen Psychologen und dem Patienten, der unter psychischen Problemen leidet, stattfindet und der es ermöglicht, ein Bild der psychischen Funktionsweise, der Prognose und der Methoden der therapeutischen Intervention zu entwerfen. Ziel dieser Bewertung ist es, die subjektiv erlebte Belastung mit den daraus resultierenden maladaptiven Symptomen und Verhaltensweisen in Beziehung zu setzen.
Um vom Psychologen richtig eingeschätzt zu werden, wird der Patient einigen Tests unterzogen, die sich durch genaue Durchführungsregeln auszeichnen und nach bestimmten Standards ausgewertet und interpretiert werden. Diese Tests erlauben es, eine strukturelle personologische Bewertung (Realitätsprüfung, Abwehr, Angst…), eine Bewertung der Funktionalitäten der wichtigsten Beziehungsinstrumente, die das Subjekt im Laufe seines Lebens entwickelt (Aufmerksamkeit, Sprache, Gedächtnis und Orientierung, Praxis, Gnosis…) und eine Bewertung der intellektuellen Kapazität des Subjekts zu skizzieren, die nicht nur darauf abzielt, die intellektuellen Kapazitäten des Subjekts zu messen, sondern auch Informationen über das Funktionieren grundlegender Aspekte des Ichs zu ermitteln.

  • Psychotherapeutische Behandlung mit EMDR-Technik

    Leiterin der Dienststelle: Patrizia Bressan

    Die EMDR-Methode (Eye Movement Desensitisation and Reprocessing) wird hauptsächlich zur Behandlung von stressbedingten Störungen, einschliesslich der posttraumatischen Belastungsstörung, eingesetzt. Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist das Gefühl, das bei einer Person auftritt, wenn sie ein lebensbedrohliches, lebensgefährliches oder schwer verletzendes Ereignis oder eine Bedrohung ihrer körperlichen Unversehrtheit oder der anderer Personen erlebt hat, Zeuge davon war oder damit konfrontiert wurde. Die Reaktion auf ein solches Ereignis ist intensive Angst, Verletzlichkeit oder Entsetzen.

    Im Mittelpunkt der EMDR-Therapie stehen daher sowohl Erinnerungen (dysfunktional gespeicherte Informationen) an traumatische Ereignisse aus offensichtlich objektivierenden Situationen (z.B. Naturkatastrophen, Unglücke usw.) als auch Erinnerungen an subjektiv wahrgenommene traumatische Ereignisse (frühe, einmalige oder wiederkehrende Stressoren oder Defizite), die mit dysfunktionalen Beziehungsaspekten von Bindungsbeziehungen zu tun haben. Das Ziel von EMDR ist es, das angeborene Informationsverarbeitungssystem zu bewegen, dysfunktional gespeicherte Wahrnehmungen zu transformieren und den Patienten zur Selbstheilung zu bewegen. Zu den Ergebnissen der Behandlung gehören eine Verringerung der Störung und eine kognitive Umstrukturierung, die zu Veränderungen der körperlichen und emotionalen Reaktionen führen.

  • Gruppe Emotionen

    Leiterin der Dienststelle: Paola Del Giorgio

    Emotionen sind ein grundlegender Bestandteil unserer Existenz und begleiten uns bei jedem Lebensereignis von Geburt an. Sie zu erkennen, sie in ihren verschiedenen Komponenten zu identifizieren, ihre Ursachen zu verstehen, sie auszudrücken und sie zu bewältigen, ist eine wesentliche Fähigkeit für unser psychisches Wohlbefinden. Allerdings werden Emotionen oft nicht erkannt, sondern unbewusst ausgelebt. Sie erscheinen oft unverständlich und verursachen ein unangenehmes Gefühl des Unbehagens, das jedoch unklar bleibt und nur schwer auf äussere Ereignisse zurückgeführt werden kann. Die Person versteht nicht, warum sie sich schlecht fühlt und kann es folglich nicht mitteilen, wodurch sie in einen Teufelskreis ständigen Leidens gerät.

    Ziel der Emotionsgruppe ist es, den teilnehmenden Patienten zu helfen, mit ihren Emotionen besser in Kontakt zu kommen, indem sie lernen, sie zu benennen, die verschiedenen somatischen und kognitiven Korrelate zu erkennen und sie in einem geschützten Rahmen, der durch eine nicht wertende Gruppe gekennzeichnet ist, auszudrücken. Gleichzeitig können sie lernen, besonders intensive emotionale Zustände besser zu regulieren und impulsive und destruktive Handlungen zu vermeiden. Der Vergleich mit den Erfahrungen anderer ist besonders wichtig, da er ihnen hilft, sich ihrer eigenen psychologischen Funktionsweise und der unterschiedlichen und möglichen Arten, Emotionen zu erleben und zu bewältigen, bewusst zu werden.

  • Erfahrungsworkshop Sentire

    Leiter der Dienststelle: Demetrio Martorano

    Der Erfahrungsworkshop „Sentire“ basiert auf der Idee, dass emotionale Erfahrung nicht ausschließlich über kognitive Reflexion zugänglich ist, sondern auch über den Körper, die Sinne und die evocative Dimension erschlossen werden kann. Bei vielen Patientinnen und Patienten erscheint das innere Erleben unklar, wenig differenziert oder schwer mitteilsam: Das Erlebte bleibt auf der Ebene von Aktivierung oder diffus empfundenem Unwohlsein, ohne einen gemeinsamen Raum für die Verarbeitung zu finden.

    Aus diesem Grund ist ein geschützter, strukturierter und haltgebender Gruppenrahmen ideal, in dem die Teilnehmenden über sensorische und narrative Reize (Bilder, Worte, Musik, olfaktorische Elemente) in Kontakt mit ihrem Erleben treten können. Die Reize dienen nicht der Interpretation, sondern sollen das Hervortreten von Erfahrung erleichtern und es jeder Person ermöglichen, sich den eigenen inneren Zuständen schrittweise und flexibel anzunähern.

    Ziel des Workshops „Sentire“ ist es, durch direkte Erfahrung eine vertiefte emotionale Wahrnehmung zu fördern: im „Hier und Jetzt“ zu verweilen, das auftauchende Erleben wahrzunehmen, eigene Worte dafür zu finden und — wenn gewünscht — Teile des eigenen Erlebens in einer nicht wertenden Gruppe zu teilen. Die Arbeit ist nicht auf die Analyse klinischer Probleme oder auf Leistung ausgerichtet, sondern auf die Möglichkeit, sich selbst in der Gegenwart anderer zu erfahren, in einer Atmosphäre von Respekt und Vertraulichkeit.

    Der Austausch mit den Resonanzen der anderen Teilnehmenden ist ein zentrales Element des Prozesses: Unterschiedliche Arten des Fühlens und Bedeutens eines Erlebnisses zu hören, ermöglicht eine Erweiterung der Perspektive auf das eigene psychische Funktionieren, fördert Mentalisierungsprozesse und eine größere Toleranz gegenüber emotionalen Zuständen. In diesem Sinne wird die Gruppe zu einem Raum gemeinsamer Regulation, in dem individuelle Erfahrung innerhalb eines sicheren Rahmens gedacht und transformiert werden kann, während zugleich ein gemeinsamer Wortschatz entsteht.

    Der Workshop versteht sich als ergänzendes Angebot zu Einzelinterventionen und ist in das gesamte therapeutische Projekt eingebettet. Er bietet einen Erfahrungsraum, der das Fühlen als privilegierten Zugang zu Bewusstheit und emotionaler Verarbeitung wertschätzt.